Geschichte des Hauses

Unsere Mühle wurde aus zum Teil behauenen Natursteinen und bis zu 1,20 m dicken Mauern im Auftrag eines Großgrundbesitzers 1862 erbaut, darauf lässt auch die eingeschnitzte Jahreszahl auf einem der Deckenbalken im oberen Stockwerk schließen. Dank des Wasser- und Waldreichtums wurde il molino als Kornmühle genutzt und versorgte das kleine Dorf Pieve di Chio mit Backwaren. Dazu wurde im Juni das Wasser auf der Seite der Pergola in einem Graben aufgestaut und bei Bedarf damit die Mühle betrieben. Leider gibt es nur noch den Einfüllstutzen des Korns vom oberen großen Zimmer nach unten an der Decke vor dem Bad zu sehen. Einen interessanten Eindruck von damals gibt die Steingravierung in der Küche wieder. Diese hat der einheimische Künstler und Bildhauer Alberto Bruni nach seinen Erinnerungen an diese Tage gefertigt. Nach der Nutzung als Mühle wurde il molino von Kleinbauern bewohnt und genutzt, ohne fließend Wasser und Strom! Weiter hangaufwärts befand.sich ein durch eine Quelle ertragreicher Olivenhain mit Gemüseanbau auf den Terrassen.1984 erfroren leider unsere Oliven in einem unbeschreiblich kalten Winter.

1963 wurde das Anwesen im Zuge der großen Landflucht verlassen. Wie viele andere Bauernhäuser in dieser Gegend stand es leer. Als wir es 1980 erwarben, fanden wir eine gute Bausubstanz vor und haben seither in oft mühevoller Arbeit die Mühle möglichst originalgetreu renoviert: originale Cottoböden, traditionelle Holzbalkendecken, der offene Kamin und ein Jahrhunderte altes Steinbecken wurden erhalten. So konnte il molino bis zum jetzigen Standard ausgebaut werden ohne den Charme einer „casa colonica“ zu verlieren. Von 1983- 1990 wohnten wir dauerhaft in il molino und im Jahr 1988 kam unsere Tochter Marion in Poggibonsi zur Welt.
Zur Mühle gehören noch ca. 2 Hektar Grund.